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10. Juli 2019

Freiheit ist eine Illusion

 

© shutterstock

 

Was bedeutet eigentlich Freiheit und frei zu sein? Leben wir tatsächlich in einer Zeit oder in einem Land, indem wir frei sind, alles zu sagen und alles zu tun? Und was ist „alles“?

Neulich sagte mal wieder jemand zu mir, wie privilegiert wir doch seien, daß wir in einem der liberalsten und demokratischsten Länder der Welt leben würden. Wir seien frei und jeder könnte sich ausleben in seiner Individualität. Ehrlich gesagt empfinde ich das schon lange nicht mehr so. Natürlich ist es in Deutschland besser als in anderen Ländern wie China, den Arabischen Emiraten, Nordkorea oder Rußland, um nur einige zu nennen. Und ja, im Gegensatz zu den Menschen, die dort leben, sind wir freier. Aber sind wir tatsächlich frei?

Nein, sind wir nicht. Niemand ist wirklich vollkommen frei. Totale Freiheit würde Anarchie bedeuten; maximale Selbstverantwortung bei minimalster Macht eines Staates. In solch einem System könnte ich jemanden ermorden, der mich betrogen oder vergewaltigt hat, ohne daß mir wiederum eine Strafe droht. Gesetze engen mich ein, mich an Regeln halten zu müssen, da sonst Menschen nicht zusammenleben könnten. Jeder dürfte machen, wonach ihm gerade der Sinn steht. Zivilisiertes Zusammenleben ist also nur möglich, wenn ich als Individuum einen Teil meiner Freiheit aufgebe und eben nicht dem einen oder anderen mal eine Backpfeife verpasse, auch wenn dieser es verdient hätten.

Nun ist Mord oder Gewalt an anderen Menschen ein hartes Beispiel. Es geht auch einfacher! Geld macht Menschen auch unfrei, nämlich dann, wenn sie nicht genug davon haben, um davon leben zu können. Miete muß bezahlt werden oder der Kredit, Grundsteuer, Lebensmittel, Strom, Wasser, Müllabfuhr, Straßenreinigung etc. etc. etc. ... Bin ich kein Millionär, der ausreichend Geld auf dem Konto hat, das sich durch gute Geldanlagen auch noch stetig vermehrt (Zinsen hat Herr Draghi ja abgeschafft), muß ich Geld verdienen, um leben zu können. Wenn ich morgens also mal keine Lust habe aufzustehen und zur Arbeit zu gehen, bin ich nicht frei in meiner Entscheidung. Ich darf mich nicht nochmal rumdrehen und liegen bleiben, sondern muß raus aus dem kuscheligen Bett und zur Arbeit gehen. Wo ich dann auch wieder unfrei bin, denn da gibt es einen Chef – wenn ich dieser nicht selber bin –, der mir sagt, was ich zu tun habe. Es gibt zudem noch Kollegen, mit denen ich auskommen muß, obwohl mir der ein oder andere mit seiner Art auf den Keks geht.

Einer plappert morgens schon wie ein Wasserfall, so daß ich bereits vor der Mittagspause schon wieder über all seine Krankheiten und den ehelichen Streß informiert bin. Ein anderer macht seine Arbeit nicht ordentlich, so daß ich es oft nachbessern muß. Beiden würde ich gerne mal sagen, „halt die Klappe“ oder „ich will nicht mehr mit dir zusammenarbeiten“. Aber diese Freiheit habe ich leider nicht. Wir sind abhängig von der Person, die unser aller Brötchen bezahlt und der entscheidet, mit wem ich zu arbeiten habe. Zusammenleben und -arbeiten heißt, sich oft zurücknehmen zu müssen. Und da taucht dann das große Wort Toleranz in diesem Zusammenhang auf, denn die ist faktisch ebenfalls eine Einschränkung meiner Freiheit.

 

© pixabay

 

Wenn mein polnischer Nachbar (bitte jetzt nicht die Rassismuskeule schwingen) halb nackt auf dem Balkon steht (leider lohnt es sich optisch nicht) und mit seinem lauten Organ telefoniert, so daß alle im Hinterhof daran teilhaben dürfen, egal ob sie es wollen oder nicht, dann stellt sich doch die Frage: Muß ich jetzt tolerant sein und ihm diese Freiheit lassen oder könnte er nicht einfach aus Rücksicht auf uns innerhalb seiner Wohnung telefonieren? Das Gleiche gilt für die hier im Block wohnenden Studenten, die mitten in der Woche bis spät in die Nacht auf dem Balkon sitzen und laut Party machen, als ob hier niemand sonst wohnen würde, der morgens aufstehen und zur Arbeit gehen müsse.

Toleranz kollidiert häufig mit der eigenen Freiheit. Besonders deutlich ist das an politischen Themen zu spüren. Wer immer noch glaubt, er könne in diesem ach so liberalen Land alles offen sagen, was er möchte, der gibt offensichtlich nur mit der politisch vorgegebenen Meinung konforme Äußerungen von sich. Kritische Meinungen oder der Wunsch nach einer konstruktiven Diskussion, in der alle gleichberechtigt ihre Meinung sagen dürfen, gibt es fast nicht mehr. Irgendjemand in der Runde, sei es in TV-Talk-Shows oder am privaten Stammtisch, wird dann immer beleidigend oder stigmatisiert den anderen.

Oder sind Sie sich sicher, daß Sie immer frei Ihre Meinung sagen können zur Aufnahme von Flüchtlingen, zur Seenotrettung, zur gleichgeschlechtlichen Ehe und zu deren Adoption von Kindern, zur Verstaatlichung von Wohnungsraum, zur Impflicht für Kinder und Zuwanderer, zur steigenden Angst vor Kriminalität oder Übergriffen auf Frauen, Klimaschutz oder die Bedeutung von Heimat? In Diskussionen, die diese Themen beinhalten, fallen dann häufig Wörter und Beschimpfungen wie Rassist, unmenschlich, Gutmensch, engstirnig, unrealistisch, Protektionismus, Kommunismus, Ewig-Gestriger und vieles andere mehr. Gepaart werden diese Vorwürfe immer mit direkten Forderungen, z.B. müßten wir doch liberal sein, alle Menschen gleich behandeln, offen für Welthandel sein und die Kriminellen pädagogisch betreuen, anstatt sie zu bestrafen. Das zwingt einen dann dazu, will man kein Außenseiter sein, sich dieser Meinung anzupassen. Und wieder ist man nicht frei, denn will man weiterhin im Freundeskreis oder der Talk-Runde akzeptiert sein, wird einem suggeriert, daß man doch moralisch nicht anders könne und doch verpflichtet sei, sich bestimmten Meinungen und Ansichten anzuschließen.

 

© shutterstock

 

Als ich nach Bildern suchte, die das Wort „Freiheit“ ausdrücken sollen, kamen Fotos von fliegenden Vögeln, weiten Landschaften, Menschen, die auf einem Berg sitzen und in die Weite blicken, die tief Luft holen, durchatmen oder die Augen zu haben und in sich gekehrt sind. Meistens sind die Menschen auf diesen Bildern allein. Und ich empfand das als richtig. Es fiel mir leicht, hier ein Bild auszusuchen. Das heißt doch aber, daß das Zusammensein mit anderen Menschen eben nicht als Freiheit empfunden wird. Weder diese Massenansammlungen in Städten, noch dieses enge Zusammenleben in Wohnblöcken. Freiheit wird offensichtlich mit Einsamkeit und Weite verbunden. Mit anderen zusammenzuleben, ist also ein Zustand der Unfreiheit. „Ich muß mal raus“ ist ein gängiger Satz, der genau das ausdrückt. Alleine, raus, an die Luft.

Im Lexikon steht unter der allgemeinen Bedeutung von „Freiheit“, es sei die „Unabhängigkeit von äußerem, innerem oder durch Menschen oder Institutionen (Staat, Gesellschaft, Kirche usw.) bedingtem Zwang“. Demnach gibt es keine Freiheit, für niemanden von uns. Allenfalls kann man sich mal frei fühlen, für ein paar Stunden allein im Wald oder einem Wochenende in den Bergen. Aber dann holen einen immer wieder die Regeln des Zusammenlebens und des Staates ein, sei es die Geschwindigkeitsbegrenzungen zum Klimaschutz, das Ertragen nerviger Nachbarn, das blöde Geld verdienen oder die Steuern.

Irgendwas ist immer!

Niemand kann wirklich vollkommen frei sein, weder in seiner Wortwahl noch in seiner Existenz. Freiheit ist eine Illusion.

 

Helena von Rehberg

© shutterstock

Resümee eines Jahres

Würde.

Problem gehabt.

Sich nicht versteckt.

Wissen angeeignet.

Gekämpft.

Rückschläge erlitten.

Weiter gekämpft.

Spreu vom Weizen getrennt.

Personen des Vertrauens gefunden.

Ängste überwunden.

Gewonnen.

Erleichtert.

Dankbar.

Ich bin glücklich.

Daniele Ludewig

INSPIRATION & MOTIVATION


In der Art wie wir leben, wie wir wohnen, und wie wir uns kleiden, aber auch im Umgang mit anderen Menschen wird unsere subjektive Wahrnehmung beansprucht oder auch beeinflußt. Positiv wie negativ. Das Wort Ästhetik drückt dieses subjektive Empfinden über Schönheit und Harmonie am besten aus und führt zur Auseinandersetzung damit.

Ist nur Symmetrie harmonisch?
Oder entsteht Harmonie auch durch Vielfalt?
Und ist Vielfalt immer schön?
Jeder entscheidet das für sich selbst.

Belle Sophie möchte Gedanken zu diesem vielseitigen Thema, das sich durch alle Lebensbereiche zieht, mit anderen teilen, und keine absolute Meinung vermitteln. Hier soll zum Nachdenken und zur Auseinandersetzung, und manchmal zum Schmunzeln, angeregt werden. Bestenfalls ist sie ein Wegweiser für eine Gesellschaft, die vielleicht ein bisschen vergessen hat, auf sich selbst und den Umgang mit anderen Menschen zu achten!

Über Belle Sophie

Auf Belle Sophie geht es um Ästhetik.
Sie umgibt uns und begegnet uns jeden Tag in verschiedenster Form. Nicht immer ist das Empfinden für Ästhetik dasselbe. Meinungen gibt es unzählige. Auf Belle Sophie wird eine dieser Meinungen vermittelt.

Aus Liebe zum "ß", weil es einfacher schöner aussieht, taucht es in den Texten ab Oktober 2018 wieder auf. 


Kontakt

Daniele Ludewig
Helena von Rehberg
contact@bellesophie.com
Postadresse auf Anfrage.


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