18. Januar 2021

Männlich, Single - Auf "Frauensuche"

Ein Gedicht von Daniele Ludewig

 

Bild: pixabay

 

Neununddreißg auf der Uhr
und nun frage ich mich nur:
Warum bin ich noch allein
und werd ich ewig Single sein?                
 
Ach, was wäre das so fein,
zu nennen eine Frau mein Ein.
Lange ist es her, die Liebe
zu spüren, und deren Triebe.
 
Gott, was war ich mal verknallt
in die schöne Adelheid.
Doch sie gab mir einen Korb,                   
was mich lange sehr besorgt.                   
 
Jetzt ist verkraftet dieser Schmerz                      
ich will vergeben nun mein Herz,            
an ein kluges, zartes, weiblich Wesen.
Adelheid, die ist perfekt gewesen.
 
Gedanklich geh ich auf die Reise.
Sortier vorab auf diese Weise,
all die Frauen, die ich kenn
und die in Frage kommen könn.
 
Da wär zunächst die junge Hilde,
des Nachbars kleine, süße Wilde.
Die jüngste Tochter des Herrn Kleie,
doch die bekommt nix auf die Reihe.
           
Sie lässt die Wäsche draußen hängen,
obwohl sich dunkle Wolken drängen.
Das dann die Wäsche wird bald naß,
für wilde Hilde nur ein Spaß.
 
Beim Kochen ist sie ganz verloren:
Den Braten läßt sie zu lang schmoren,
weiche Nudeln, verbrannter Kuchen ...
Ich sollte doch woanders suchen!
 
Es wohnt drei Häuser weiter,
Lieschen Müller: schön und heiter.
Fröhlich, hübsch und ziemlich groß,
doch ist im Kopfe nicht viel los.
 
Das Reden geht mit Lieschen schwer,
denn geistig ist sie ziemlich leer.
Herr Gott, wer fällt mir da noch ein?
Das kann doch nicht unmöglich sein?
           
Was ist denn mit der Ilsebill,
die ständig meine Nummer will?
Jedoch dies könnte schwierig sein,              
denn Ilsebill trinkt keinen Wein.
 
Generell verprellt sie Alkohol,                   
denn dann fühle sie sich nicht mehr wohl.        
Täglich streiten würden wir,
trink ich doch abends gern ein Bier.
 
Ich verlasse meinen kleinen Ort
und begeb mich geistig weiter fort.         
Auch hoch im Norden kenn ich Frauen,
vielleicht sollt ich auf diese schauen?
 
Es fällt mir ein, in Norderstedt,
da wohnt die kecke Elisabeth.            
Hätte sie nicht krumme Beine,
wäre sie schon längst die Meine.
 
Und als letztes nur ich denk
an Susanne Schippentrenk.
Ihr Mund war göttlich, rund und voll,     
sie konnte küssen – das war toll!
 
Leider sah man ihrem Körper an,
dass sie schmackhaft kochen kann;
ziemlich füllig ist die Statur.
Ojemine, was mach ich nur?
 
Eigentlich sind sie doch ganz nett
Susanne und Elisabeth.
Und Hilde, Lieschen, Ilsebill?
Wenn ich nur wüsste was ich will!
 
Mein Anspruch ist zu hoch vielleicht?
Wie geht es denn der Adelheid?
Ob sie geschieden und wieder frei?
Gern nehm ich auf die alte Liebelei.        
 
Mir qualmt der Kopf vom vielen Denken.
Ich werd mir jetzt ein Bier einschenken.
Für heut ist’s erstmal vorbei
mit der Frauensucherei!

 

      Ÿ    - ENDE - Ÿ

 

Über Belle Sophie

Auf Belle Sophie geht es um Ästhetik.
Sie umgibt uns und begegnet uns jeden Tag in verschiedenster Form. Nicht immer ist das Empfinden für Ästhetik dasselbe. Meinungen gibt es unzählige. Auf Belle Sophie wird eine dieser Meinungen vermittelt.

Aus Liebe zum "ß", weil es einfacher schöner aussieht, taucht es in den Texten ab Oktober 2018 wieder auf. 


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