20. Dezember 2020

Definition des Glücks 

von Daniele Ludewig

 

Einmal am Tag lachen hilft gesund zu bleiben. / Bild: © privat

 

Was macht Sie glücklich? Wissen Sie es überhaupt? Wann haben Sie das letzte Mal von Herzen gelacht und waren glücklich? Eine wichtige Frage! Denn nur, wenn wir wissen, was uns glücklich macht, können wir Einfluß darauf nehmen, wie es uns geht. 

Dazu müßte man allerdings auch erstmal klären, was Glück ist. Manche behaupten, es sei kein Grundgefühl, sondern wäre nur ein kurzer Moment und würde schnell wieder verpuffen. Wie eine Seifenblase, an der man sich erfreut und die dann zerplatzt. Bei Seifenblasen kann man jedoch sofort eine neue produzieren, solange bis die Dose mit dem Seifenwasser leer ist. Auch Glücklichsein ist durch eigenes Zutun beinflußbar, und wenn es vielleicht nur für einen kleinen Moment ist.

Bei der Definition von Glück würde ich mich jedenfalls nicht festlegen wollen. Ich glaube es kann beides sein: ein kurzer Moment und auch eine Lebensphase. Manchmal ist es nur ein frisch aufgebackenes, lauwarmes Schokocroissant am Morgen, und manchmal ist es monatelanges Verliebtsein. Es kann Vogelgezwitscher sein, das mein Exfreund als zu laut empfand und deswegen immer bei geschlossenem Fenster schlafen wollte, währenddessen es für mich das Schönste am Morgen ist. Ich liebe es, wenn ich mit Vogelgezwitscher aufwache; deswegen setze ich mich beim Thema Fenster immer durch.

Ende 2019 hatte ich ein Gedicht auf BelleSophie veröffentlich. Ich hatte ein anstrengendes Jahr hinter mir und mußte ziemlich um etwas kämpfen, was mir extrem wichtig war. Als es geschafft war, war ich sehr erleichtert und es ging mir anschließend über einen längeren Zeitraum hinweg richtig gut. Ich war glücklich und zufrieden. Leider war auch das dann irgendwann mal vorbei. Aber ich versuche auch heute noch mich immer mal wieder daran zu erinnern, um mir dieses Gefühl zurückzuholen und zu konservieren. Manchmal klappt es, daß dann dieses betörend, erleichternde Gefühl des Glücklichseins in mir aufkeimt und mich durchströmt wie fließendes Wasser. Wenn ich eine Sucht habe, dann nach diesem Gefühl der Leichtigkeit und inneren Zufriedenheit, welches damit einhergeht.

 

Resümee eines Jahres
 
Würde.
Problem gehabt.
Sich nicht versteckt.
Wissen angeeignet.
Gekämpft.
Rückschläge erlitten.
Weiter gekämpft.
Spreu vom Weizen getrennt.
Personen des Vertrauens gefunden.
Ängste überwunden.
Gewonnen.
Erleichtert.
Dankbar.
Ich bin glücklich.

 

 

Wenn man durchströmt wird von einer positiven Grundstimmung, bewältigt man Probleme viel leichter. Man bewältigt sie „einfach so“, ohne große nervliche Anstrengung. Währenddessen sich bei angespannter und unausgeglichener Grundlaune bereits kleine Problemchen zu einem Berg auftürmen, und einen dabei wahnsinnig viel Kraft kosten.

Sich selbst also zu fragen, „was macht mich glücklich?“, ist demnach eine der wichtigsten Aufgaben für sich selbst überhaupt. Und zu wissen, daß man selbst Einfluß darauf nehmen kann, entspannt doch ungemein, oder? Es gibt doch nichts Schlimmeres, als wenn man darauf warten muß, das jemand oder etwas vorbei kommt und einen glücklich macht. Es ist sehr schön, wenn das passiert, aber nur in einer Warteposition zu verharren ist Vergeudung wertvoller Lebenszeit. Da ist es doch besser, wenn man aktiv etwas für sich tun kann. Ja ich weiß, das sind große Worte, aber wichtige Worte!

Älterwerden ist in diesem Fall hilfreich, denn man kennt sich besser, weiß um seine Befindlichkeiten und Bedürfnisse. Und: Man kann sich besser durchsetzen als mit 25, auch gegen die eigenen Unsicherheiten oder den berühmten inneren Anstandswauwau.

Immer öfter höre ich mich zu jemandem sagen: „Es ist mir egal, wie du das findest, ich bin alt genug, ich mache das so, wie ich will“. Manchmal kommt das vielleicht bei der Gegenseite etwas schroff an – ich übe noch am sanften Tonfall –, oder es klingt egoistisch. Aber es tut so gut, es zumindest manchmal so knallhart rauszuhauen. Es ist sehr befreiend. Und wenn man selber nicht auf sich aufpasst, wer soll es denn dann übernehmen?!

 

Zum Schluß ein paar Vorschläge für glückliche Momente:

  • das bereits erwähnte lauwarme Schokocroissant am Morgen,
  • Vogelgezwitscher (egal um welche Uhrzeit), soll ER doch auf dem Sofa schlafen,
  • im Wald spazieren gehen,
  • mit anderen Menschen über die gleichen Sachen lachen,
  • verstanden werden,
  • Hundewelpen beim Spielen zugucken,
  • auf die Meinung anderer pfeifen,
  • ... unendlich erweiterbar ...

 

Darf man gern kopieren, da ist nämlich kein Copyright drauf.

Über Belle Sophie

Auf Belle Sophie geht es um Ästhetik.
Sie umgibt uns und begegnet uns jeden Tag in verschiedenster Form. Nicht immer ist das Empfinden für Ästhetik dasselbe. Meinungen gibt es unzählige. Auf Belle Sophie wird eine dieser Meinungen vermittelt.

Aus Liebe zum "ß", weil es einfacher schöner aussieht, taucht es in den Texten ab Oktober 2018 wieder auf. 


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Helena von Rehberg
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